GOETHE LENAU FAUST - Der Badischen Landesbühne Bruchsal und des Deutschen Staatstheaters Temeswar Am Samstag, 13. März 2010 zeigt die Badische Landesbühne in der Stadthallein Eppingen die deutsch-rumänische Koproduktion GOETHE LENAU FAUST. Das gemeinsame Projekt der BLB mit dem Deutschen Staatstheater Temeswar ist die Erkundung eines Mythos, bei dem mit Versatzstücken aus drei sehr unterschiedlichen „Faust“-Texten gearbeitet wurde: Goethes „Faust“ I und II und Nikolaus Lenaus „Faust“-Gedicht. In der Inszenierung von Carsten Ramm erhebt sich ein desillusionierter Faust aus einer zerstörten Welt. Die Einsicht, dass er nicht zu höherem Wissen fähig ist, lässt ihn auf die Magie zurückgreifen. Fausts Streben wird in einem Bühnenbild, das einer Halle in einer Industrieruine nachempfunden ist, erzählt. Ines Unser erklärt die Konzeption hinter dieser Ausstattungsidee: „Unser Grundgedanke ist, dass wir den ‚Faust’ nach dem Ende eines Systems spielen lassen, vor dem Beginn eines neuen. Die Industrieruine ist für uns eine deutliche Metapher für die Zerstörung von etwas, das der Mensch einmal geschaffen hat. Gleichzeitig ist sie ein Raum, in dem Wiederaufbau, Umbau, Aufbruch möglich ist. Und sie schafft uns einen deutlichen Bezug zum Hier und Heute.“ ![]() Eigentlich hätten Goethes und Lenaus „Faust“ zusammen mehr als 30 Darsteller gebraucht, an GOETHE LENAU FAUST sind aber nur acht Schauspieler, vier rumänische und vier deutsche, beteiligt. „Am Ende haben wir, entsprechend den acht Mitspielern, nur acht Rollen auf der Bühne. Aber nicht durch Weglassen von Figuren oder Texten, sondern durch Neuverteilen. Wir leben in einer Zeit, in der Individualität verschwindet. Man muss sich nur einmal die Heere von Managern, Bankleuten, Brokern oder Politikern ansehen, die uns zu dieser oder jener Entscheidung oder schlicht zum Geldausgeben verführen wollen. So ist es für uns folgerichtig, dass es unser Faust mit einer Gruppe von Mephisti zu tun hat, mit einem Chor von Teufeln, die ihn verführen, provozieren und an den Abgrund führen wollen.“, so Ines Unser. Inszenierung: Carsten Ramm Bühnenbild: Carsten Ramm/Ines Unser Kostüme: Ines Unser Musikalische Leitung: Hennes Holz Mit: Miriam Gronau, Cornelia Heilmann, Andrea Nistor, Ramona Olasz; Iosif Csorba, Alex Halka, Hannes Höchsmann, René Laier Samstag, 13. März 2010, 19.30 Uhr Eppingen, Stadthalle Vor der Vorstellung findet um 19.00 Uhr eine Einführung in die Produktion statt, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind. VVK: Buchhandlung Holl & Knoll, Tel. 07262-4417 Text und Bilder von Martina Illinger ![]() |
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